Landschaftsverband künftig im Leisen Speicher im Osnabrücker Hafen  
 
Speicher im Osnabrücker HafenDer Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. (LVO) nimmt Abschied von Schloss Iburg und verlegt seine Geschäftsstelle ab dem 1. Januar 2020 von der dortigen Alten Hofapotheke in den Leisen Speicher am Osnabrücker Hafen.

Von Nahne über Iburg in den Osnabrücker Hafen

Grund für den Ortswechsel ist ein angekündigter Eigenbedarf des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland in der Landesimmobilie Schloss Iburg. Die Behörde vergrößert sich personell und hat entsprechenden Platzbedarf. Der LVO bezog die Geschäftsstelle auf der Iburg im Frühjahr 2006, nachdem er sich bereits anderthalb Jahrzehnte im Nahne-Center der regionalen Kulturarbeit gewidmet hatte.

Unmittelbar nach der Eigenbedarfsmitteilung begann die Suche nach einer neuen Bleibe der LVO-Geschäftsstelle. Nach intensiven Verhandlungen mit Blick auf unterschiedlichste Optionen in Stadt und Landkreis Osnabrück kristallisierte sich der Leise Speicher im Osnabrücker Hafen zunehmend als interessantes Objekt Bleibe heraus; inzwischen ist der Mietvertrag unterzeichnet.

Die dem LVO ab 2020 auf einer Etage (in der Hofapotheke waren es drei Ebenen) zur Verfügung stehenden komplett sanierten und modernisierten Räume liegen im südlichen Trakt des zweiten Obergeschosses. Gemietet werden 130 Quadratmeter, ferner steht in räumlicher Nähe ein technisch voll ausgestatteter Besprechungsraum zur Verfügung. Zudem bietet der benachbarte Laute Speicher mit einem großen Veranstaltungsraum vielfältige Möglichkeiten für weitere kulturelle Aktivitäten. Beide Speicher sind barrierefrei – auch dies ein Aspekt, der für die 400 Jahre alte Iburger Hofapotheke naturgemäß nicht gegeben war.

Hofapotheke Schloss Iburg (c) Gabriele Janz, LVO
Seit 2006 war die Hofapotheke auf Schloss Iburg das Domizil des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land.

Foto: Gabriele Janz, LVO

Kebschull: Keimzelle für die wachsende Einheit von Stadt und Landkreis

Was sicherlich der spannendste Aspekt der neuen Bleibe sein dürfte: Als Kulturträger und Kulturförderer sieht sich der Landschaftsverband ab 2020 in einem anregenden neuen Gefüge unterschiedlichster kultureller Akteure und Aktivitäten, die ein kreatives Miteinander und zahlreiche Synergien in Form von Austausch, Kooperationen, Ideen etc. versprechen. Denn die beiden Speicherbauten bieten fast ausschließlich Kulturschaffenden und Akteuren der Kreativwirtschaft ein Dach über dem Kopf. Man kann gespannt sein, was hieraus an kulturellem Mehrwert für Stadt und Landkreis Osnabrück künftig erwachsen wird.

Mit seinem neuen Domizil rückt der Landschaftsverband zugleich geographisch weiter ins Zentrum des ganzen Osnabrücker Landes, was schon jetzt viele Kulturakteure aus dem Osnabrücker Nordkreis freudig begrüßen. Landrätin Anna Kebschull, seit ihrer Wahl auch LVO-Präsidentin, sieht den Umzug vom Osnabrücker Südkreis in die Stadt Osnabrück positiv: „Der Landschaftsverband ist nicht nur Teil des Landkreises, sondern auch der Stadt Osnabrück. Daher begrüße ich seinen Umzug in das Zentrum des Landkreises, eben in die Stadt Osnabrück, wo auch die Kreisverwaltung angesiedelt ist. Der Verband kann hier eine Keimzelle für die wachsende Einheit von Stadt und Landkreis sein, beide zusammen haben viel Potenzial."


Ortstermin in den neuen Räumen des LVO: Susanne Tauss (LVO-Geschäftsführerin), Matthias Folkers (Osnabrücker Speicher GbR), Anna Kebschull (Landrätin und LVO-Präsidentin) und Wolfgang Griesert (Oberbürgermeister und LVO-Vizepräsident)
 
Foto: Gabriele Janz, LVO

Griesert: Schöner Treffpunkt zum Austausch

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Vizepräsident des LVO, versteht den Umzug ebenfalls als Verbesserung: „Wir sind mit dem LVO jetzt mitten im kulturellen Leben und gut erreichbar – nicht in einer baulichen ‚Verwaltungseinheit'. Der Speicher wird ein schöner Treffpunkt zum Austausch mit anderen Kulturschaffenden. Dies passt auch, wenn der LVO wieder einmal Motor für ein großangelegtes Kulturprojekt wie seinerzeit COLOSSAL wird." Zudem seien die Speicher Teil einer markanten Linie rund um Osnabrück, beginnend mit dem Klinikum im Südwesten der Stadt und bis zur Eissporthalle im Nordosten reichend.

Matthias Folkers, Teilhaber der Osnabrücker Speicher GbR und einer der neue Vermieter des LVO, freut sich über den Kulturverband als Mieter: „Wir hatten ein interessantes Konzept und haben damit augenscheinlich einen Nerv getroffen. Mit 95 Prozent ‚Kreativlern' im weitesten Sinn als Mietern ist dieser Plan aufgegangen und es ist schön für die Stadt Osnabrück, dass es diesen Ort jetzt gibt. Wir freuen uns ungemein, dass auch der Landschaftsverband zu unseren Mietern gehört. Dies bringt den Speichern noch mehr Anziehungskraft." Folkers weist darauf hin, dass es nur noch in den Dachgeschossen der beiden Speicher freie Räume gibt. Zudem ist er optimistisch, was den Fortgang der Sanierungsarbeiten betrifft: „Wir liegen gut im Plan, bei Einzug des LVO am 1. Januar 2020 ist alles fertig!"

Dr. Susanne Tauss, LVO-Geschäftsführerin, dankt Folkers und seinem Unternehmen für die Möglichkeit, bei der Gestaltung planerisch eingreifen zu können und „maßgeschneiderte" Räume zu erhalten. Dies sei ein großes Entgegenkommen der Eigentümer gewesen.

LVO-Büro im leisen Speicher, Stand Oktober 2019 (c) Gabriele Janz, LVO
LVO-Büro im Oktober 2019; inzwischen nähern sich alle Räume der Bezugsfertigkeit.

Foto: Gabriele Janz, LVO

Frischer Anfang in neuem Gewand

Doch mit den Aspekten Zentrumsnähe und Heranrücken an andere Kulturschaffende nicht genug: Der Leise Speicher wird für den Landschaftsverband auch aus energetischer Sicht viele Vorteile mit sich bringen. Ökologisch sind ferner die im Schnitt künftig deutlich kürzeren Wege zu Verwaltungen oder Terminen in der Region ein Zugewinn. Ob die zum größten Teil in Osnabrück lebenden Angestellten des LVO künftig ihren Arbeitsweg nur noch per Fahrrad zurücklegen, ist zumindest ein guter Vorsatz. Fest steht jedenfalls, dass die großzügige Infrastruktur mit ausgedehnten Parkflächen für PKW auch ausreichend Platz für Fahrräder sowie eine gute verkehrstechnische Anbindung bietet.

Die Mitarbeiter*innen des LVO verlassen die Iburg, ein Baudenkmal der ganz besonderen Art, zwar mit großem Bedauern, freuen sich aber angesichts des neuen Standortes der Geschäftsstelle zugleich auf die Vorteile, die der Hafenspeicher mit sich bringt.

Einem frischen Anfang im neuen Gewande steht also nichts im Wege. Und gerne wird der Landschaftsverband seine Tätigkeitsfelder und Aufgaben – Förderung, Beratung, Vernetzung, kulturelle Projektentwicklung – auch an seinem neuen Standort aktiv und kreativ einbringen. Die Hafenspeicher bieten hierfür schon jetzt eine Fülle von Anregungen und versprechen einen intensiven wechselseitigen Austausch auf vielen Feldern der regionalen Kulturarbeit.

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Die Mitarbeiter*innen des LVO freuen sich schon auf alle Gegebenheiten in den Speichern. Hier im Bild das Event-Lokal Dock 49.

Foto: Gabriele Janz, LVO

Infos zur Erreichbarkeit

Die neue Adresse lautet: Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V., Am Speicher 2, 49090 Osnabrück. Die bekannten E-Mail-Adressen bleiben bestehen. Während der Umzugsphase ist der LVO zunächst nur unter der Mobilfunknummer 0151 14308875 zu erreichen. Die neue Festnetznummer sowie alle Durchwahlen werden so bald wie möglich hier auf unserer Homepage bekanntgegeben.