Fördermittel unter Pandemie-Bedingungen. Ein kurzer Überblick zur Sachlage (Stand: 24.04.2020)  
 
Plakat Auch den Landschaftsverband Osnabrücker Land (LVO) beschäftigt die derzeitige Corona-bedingte Situation mit ihren dramatischen Auswirkungen für viele Kulturschaffende im Osnabrücker Land: Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte, Workshops mussten schon oder müssen abgesagt werden, auch wenn oft schon vertragliche Verpflichtungen eingegangen, Aufträge erteilt oder Ausgaben getätigt wurden. Insbesondere die freie Szene ist vom Ausfall von Honoraren und Gagen betroffen. Und ein Ende ist leider noch immer nicht absehbar.

Hilfe für Kulturschaffende

Politik und Verwaltung bemühen sich u. a. um Hilfen für Kulturschaffende. Zentral ist insbesondere die Frage: Was geschieht mit bereits zugesagten Fördermitteln, wenn Projekte nicht wie geplant durchgeführt werden können? Einige Zuwendungsempfänger haben sich bereits an den LVO gewandt, sei es wegen der Absage ihrer Festivals, sei es wegen Projektverschiebungen oder Änderungen von Durchführungszeiträumen und/oder Abläufen. Aus diesen Anliegen spricht auch immer Solidarität mit den eingeplanten Künstler*innen, Techniker*innen, Organisator*innen und allen, denen der Ausfall eines Projektes schlicht und einfach Existenzprobleme bereiten wird. Hinsichtlich aller Fragen im Zusammenhang mit bewilligten Fördermitteln sind die Mitarbeiterinnen in der LVO-Geschäftsstelle, namentlich Frau Janz, Frau Hauff und Frau Dr. Tauss ansprechbar. Gemeinsam mit den Projektträgern wird in jedem Einzelfall eine pragmatische Lösung gesucht. Dies gilt sowohl für die Vergabe von Eigenmitteln als auch von regionalisierten Landesmitteln (Projektförderung und Investitionsförderung).Venner Folk Frühling 2018 | Blum & Friends (c) Wolfgang Behnke
Der Landschaftsverband Osnabrücker Land förderte bereits den Venner Folk Frühling 2018, bei dem auch die Formation Blum & Friends auftrat. Für Mai 2020 haben die Veranstalter das Festival abgesagt.
Foto: Wolfgang Behnke

Verfahrensmöglichkeiten

Wichtig ist zunächst: Musste ein Vorhaben komplett abgesagt oder konnte es verschoben werden? In beiden Fällen können bereits Kosten erzeugt worden sein. Verschiebung, Absage und entsprechende Änderungen im Kosten-Finanzierungsgefüge sind dazulegen und zu begründen – dies insbesondere bezogen auf den jeweiligen Zeitpunkt der Entscheidung für eine Absage oder Verschiebung.
Aufwendungen, die bereits durch die Vorbereitung eines Projektes angefallen sind, bleiben durch den jeweiligen Fördervertrag gedeckt. Wenn Veranstaltungen abgesagt wurden, kann sich die Höhe der Förderung um nicht angefallene Aufwendungen reduzieren. Es dürfen aber keine Aufwendungen für Projekte getätigt werden, deren Ausführung gleichzeitig bereits als unrealistisch gelten muss. Für den Fall, dass noch eine Absage des geplanten Vorhabens ohne finanzielle Verluste möglich ist bzw. infrage kommt, wäre auf die Fördermittel zu verzichten, bzw. bereits ausgezahlte Beträge wären zu erstatten.

Für jeden der genannten Fälle aber gilt:
Es wird gemeinsam mit den Projektträgern nach praktikablen Lösungen gesucht. Hierbei sollen im Rahmen der Möglichkeiten alle vorhandenen Ermessensspielräume ausgeschöpft werden.

Wie im Fall von abgesagten oder verschobenen kulturellen Aktivitäten, für die ein gültiger Fördervertrag mit dem LVO vorliegt, erklärt der Leitfaden des LVO. Diesen sowie eine Handreichung zur Darstellung der aktuellen Sachlage eines Förderprojektes und ein ggf. erforderlicher aktualisierter Kosten- und Finanzierungsplan stehen zum Download bereit.

> Leitfaden zu Covid-19-bedingten Projektänderungen
> Handreichung bei Covid-19-bedingter Projektänderung
> Kosten- und Finanzierungsplan zur Handreichung

Regionale und überregionale Hilfe

Ergänzend verweisen wir auf folgende regionale und überregionale Hilfspakete:

Als Soforthilfe für Künstler*innen bietet das Land Niedersachsen das Programm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen", das ausdrücklich nicht nur für Kleinunternehmer, sondern auch für solo-selbstständige Künstler*innen und Kulturschaffende gedacht ist.:

www.soforthilfe.nbank.de

Der Bund stellt 10 Millionen Euro für Corona-bedingte Schutzmaßnahmen in Museen bereit. Umfassende Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der Bundesregierung.

Unter "LAND INTAKT" - Soforthilfeprogramm Kulturzentren bietet die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e. V. allen soziokulturellen zentren, Kulturhäusern sowie Kultur- und Bürgerzentren in Landgemeinden und Kleinstädten bis 20.000 Einwohnern programmbegleitende finanzielle Unterstützung bei programmbegleitenden Investitionen und Modernisierungsmnaßnahmen an. Das Programm ist auch für Nichtmitglieder offen: www.landintakt.de

Die VGH-Stiftung hat ebenfalls ein Hilfsprogramm aufgelegt, das sich im Rahmen der VGH-Förderbereiche (Wissenschaft, Denkmalpflege, Literatur, Kunstvermittlung, Museumspädagogik und Mildtätigkeit) explizit an freiberufliche Kulturschaffende richtet. Unter www.vgh-stiftung.de ist ein Bearbeitungsverfahren eingerichtet.

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt Freiberufler in den Sparten Bildende Kunst, Musik, Museen und ebenfalls Denkmalpflege): https://www.nsks.de/nsks/posts/2020/allgemeines/2020-04-20-corona-eilantraege

Auch die OLB-Stiftung möchte im nordwestlicxhen Bereich ihres Tätigkeitsgebeites Vereine und Institutionen aus den Bereichen Kultur und Soziales unterstützen: https://www.olb.de/-/media/olb_foerderantrag_sonderaktion_.pdf?la=de-de&hash=1DE3C6CBF3151D66FBA52F36ABBE60E1

Auch die Websites der Wirtschaftsförderung Osnabrück www.wfo.de/start sowie die Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück www.wigos.de/index.php geben Auskunft über mögliche Unterstützung.

Einen guten Überblick über alle derzeit vorhandenen Hilfsprogramme für unterschiedliche Kultursparten gibt auch die Seite des Niedersächsischen MusikVerband e. V.

Ansprechpartnerinnen beim Landschaftsverband

Die Kolleginnen in der Geschäftsstelle des Landschaftsverbandes beantworten gerne alle Fragen zum Umgang mit bereits bewilligten Fördermitteln. Ansprechpartnerinnen sind Gabriele Janz (allgemeines Förderprogramm), T 0541.600585-14 oder janz(at)lvosl.de und Nina Hauff (Investitionsförderprogramm), im Homeoffice erreichbar unter hauff(at)lvosl.de.