Unterschiedlich glauben und miteinander leben?  
 
Warum vertrieben die Neuenkirchener ihren Pastor Eberhard Voss mit Steinen? War Schledehausen katholisch oder evangelisch? Diese und weitere Fragen beantwortet die neu erschienene Publikation „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Fürstbistum Osnabrück 1500-1700“ des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V. (LVO). Das Buch wird am Dienstag, den 7. März, um 16.30 Uhr im Vortragssaal des Kulturgeschichtlichen Museums / Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, Lotter Straße 2, vorgestellt.

Vorstellung des Tagungsbandes

Warum glaubten im Fürstbistum Osnabrück nach der Reformation nicht alle Menschen dasselbe? Was unterschied das Osnabrücker Land von anderen Gebieten des Alten Reiches? Und wie ging man im täglichen Leben oder auch seitens der Obrigkeit mit den unterschiedlichen Glaubensweisen um? Eine Tagung im März 2016 hatte diese und viele andere Fragen beantwortet und eine Vielzahl neuer und überraschender Erkenntnisse gebracht, die jetzt im Druck vorliegen. Vorgestellt werden die Tagungsergebnisse nun von Professor Dr. Martin H. Jung vom Institut für Evangelische Theologie, Professor Dr. Klaus Niehr vom Kunsthistorischen Institut sowie Professor Dr. Siegrid Westphal vom Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit der Universität Osnabrück im Gespräch mit Dr. Susanne Tauss, LVO-Geschäftsführerin. Tauss hat den Band gemeinsam mit dem Historiker Dr. Ulrich Winzer mit herausgegeben. Bei der Buchpräsentation wird es sowohl um die schrittweise und zunächst gescheiterte Einführung der Reformation im Hochstift gehen als auch um Uneindeutigkeiten bei der Glaubensausübung. Auch verschiedene Versuche, wie man das alltägliche Miteinander trotz unterschiedlicher religiöser Auffassungen regeln konnte, werden vorgestellt. Nicht zuletzt wird aber die Osnabrücker Besonderheit der 1650 festgeschriebenen so genannten „Bikonfessionalität“ in Stadt und Land thematisiert. 

 


Der Titelentwurf für den Tagungsband "Miteinander leben? Reformation und Konfession im Fürstbistum Osnabrück 1500-1700" greift das Bild der "Fides" wieder auf, das als Allegorie des Glaubens die Kanzel der Bad Essener St. Nikolai-Kirche schmückt.

Foto: LVO

Informationen zu Buch und Präsentation

Der nun vorgelegte Band 31 der LVO- Reihe „Kulturregion Osnabrück" ist gut 400 Seiten stark und versammelt insgesamt 16 spannende Forschungseiträge. Er wird ergänzt durch einen farbigen Tafelteil sowie ein hilfreiches Namensregister. Erschienen ist er im Münsteraner Waxmann-Verlag und zum Preis von 59,00 Euro im Buchhandel oder über den Landschaftsverband erhältlich.

Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Buchpräsentation eingeladen, der Eintritt ist frei.
Informationen unter T 05403.72455-0.