Entwicklung und Aufgaben des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land 
 
Entwicklung des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land

Der Landschaftsverband Osnabrücker
Land e.V. (LVO) wurde 1985 – zunächst als „Landschaftsverband Osnabrück“ – gegründet. Er gehört heute zu insgesamt 13 Landschaften und Landschaftsverbänden, die niedersachsenweit regionale Kulturpflege und -förderung betreiben.

Das Tätigkeitsgebiet des LVO umfasst geographisch das Gebiet des Landkreises Osnabrück sowie der Stadt Osnabrück – eine Fläche, die in etwa jener des ehemaligen Fürstentums entspricht.


Aufgaben der Landschaften und Landschaftsverbände

Inhaltlich ist der LVO auf den Feldern der Kultur, Kunst, Natur und Regionalgeschichte tätig, sei es durch eigene Projekte, sei es durch die Förderung Dritter. Die Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen sind Kulturträger und -förderer im umfassenden Sinne. Sie haben darin seit mehreren Jahrzehnten vielfältige Erfahrungen gesammelt, ihre regionalen Kompetenzen ausgebaut und dadurch ein hohes Wissens- und Vermittlungspotential in Sachen Regionalkultur entwickelt.


Gründung

Die erste Idee zur Gründung eines Landschaftsverbandes für das Osnabrücker Land (LVO) kam bereits 1969 aus dem Niedersächsischen Kultusministerium; Ziel war die Gründung eines Trägers für überörtliche kulturelle Arbeit im damaligen Regierungsbezirk Osnabrück.
Doch erst die Gebietsreform von 1972, aus der die beiden großen Gebietskörperschaften Stadt und Landkreis Osnabrück in ihrer heutigen Form hervorgingen, sowie die Entstehung der benachbarten Emsländischen Landschaft im Jahr 1979 gaben erneut Impulse, über die Gründung eines Landschaftsverbandes nachzudenken.
Nachdem alle rechtlichen Hürden genommen waren, konnte schließlich am 24. Januar 1985 der „Landschaftsverband Osnabrück e. V.“ ins Leben gerufen werden.
Um schließlich – nach dem Vorbild des Tourismusverbandes Osnabrücker Land e.V. – den Markennamen „Osnabrücker Land“ zu etablieren und im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, wurde 1997 der Verbandsname in „Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.“ geändert.


Mitglieder

Als Gründungsmitglieder gehörten dem LVO zunächst die Stadt Osnabrück sowie der Landkreis Osnabrück, die Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück, der Historische Verein Osnabrück, der Museums- und Kunstverein Osnabrück, der Naturwissenschaftliche Verein Osnabrück und der Heimatbund Osnabrücker Land an. Später erweiterte sich dieser Kreis um die Universität und die Fachhochschule Osnabrück sowie den Kreisheimatbund Bersenbrück. Seit 2015 sind auch der Ev.-Luth. Kirchenkreisverband Osnabrück Stadt und Land sowie das Bistum Osnabrück Mitglieder des LVO.



ALLviN

Im Reigen der mittlerweile dreizehn niedersächsischen Landschaften und Landschaftsverbände, die sich 1998 zu einer landesweiten Arbeitsgemeinschaft (ALLviN) zusammenschlossen, gehört der Landschaftsverband Osnabrücker Land (kurz LVO) flächenmäßig zwar zu den kleineren Verbänden, bezogen auf die Einwohnerzahl ist er aber immerhin für ca. eine halbe Million Menschen Ansprechpartner für Regionalkultur.


Aufgabenfelder

Die Aufgaben des LVO zielen laut Satzung auf die Kultur- und Heimatpflege – ein weites Tätigkeitsfeld, das folgende Themen umfasst:

  • Geschichte des Raumes
  • Denkmalschutz und Denkmalpflege
  • Erforschung und Erhaltung von Kulturdenkmalen
  • Erforschung, Erhaltung und Gestaltung der natürlichen Landschaft einschließlich ökologischer und umweltschützerischer Aspekte
  • Bildende Kunst, Musik, Literatur und Theater
  • Volkskunde und heimatliches Brauchtum einschließlich der Pflege der heimatlichen Literatur und der plattdeutschen Sprache sowie
  • Ausstattung und Pflege von Einrichtungen, die der Kultur- und Heimatpflege dienen.


Arbeitsweise

Als „kulturelle Klammer“ zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück nimmt der Landschaftsverband seine Aufgaben einerseits durch eigene Projekte wie Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und Publikationen wahr. Durch Kooperationsvorhaben bringt er außerdem unterschiedliche Institutionen an einen Tisch.

Andererseits unterstützt er Institutionen bei der Durchführung ihrer Projekte, indem er auf Antrag finanzielle Zuschüsse für qualitätvolle Vorhaben gewährt – wenn der Projektträger beispielsweise nicht über genügend eigene Mittel verfügt oder keine ausreichenden Zuwendungen bei anderen Förderern und Sponsoren einwerben kann.


Organisationsform

In der Umsetzung dieser sehr unterschiedlichen Vorhaben kommt die besondere Organisationsform des Landschaftsverbandes zum Tragen: Satzungsgemäß ist festgelegt, dass alle den Verband selbst oder das so genannte Förderprogramm betreffenden Entscheidungen vom dreiköpfigen Vorstand getroffen werden.

Ihm stehen beratend vier Arbeitskreise zur Seite. Letztere sind mit Fachleuten besetzt, die alle Aufgabengebiete des LVO repräsentieren. Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung werden von der Mitgliederversammlung entschieden.

An der Spitze des Verbandes steht das Präsidium, dem der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück sowie der hauptamtliche Landrat des Landkreises Osnabrück angehören. Mit Beginn jeder kommunalen Wahlperiode wechseln Vorstandsvorsitz und Präsidium zwischen Stadt und Landkreis, um die Parität zwischen den beiden Gebietskörperschaften zu wahren.

In der Geschäftsstelle des LVO in Bad Iburg koordiniert und organisiert ein Team aus Geschäftsführerin (derzeit Dr. Susanne Tauss), Projektbetreuerinnen und Sachbearbeiterinnen alle anfallenden Aufgaben, seien sie verwaltungstechnischer, förderungs- oder projektbezogener Natur.