Eröffnung der Wanderausstellung "Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700"  
 
Wanderausstellung Sogar das Taufwasser wurde getrennt – so geschehen ab 1650 in Badbergen, wo fortan für über 150 Jahre Katholiken und Protestanten die bestehende Kirche St. Georg gemeinsam nutzten. Der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. (LVO) widmet den regionalen Auswirkungen der Reformation eine Wanderausstellung unter dem Titel „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700“. Den Auftakt zu insgesamt zehn Stationen im Osnabrücker Land bildet am Freitag, 17. März 2017, um 17 Uhr die Eröffnung in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Georg in Badbergen (direkt an der Hauptstraße).

Grußworte, musikalische Akzente und ein Ausstellungsrundgang

Nach der Begrüßung der Eröffnungsgäste durch Pastor Werner Guhl-Krafft werden Vertreter des Landschaftsverbandes sprechen und in die Ausstellung „Miteinander leben?“ einführen. Der Ausstellungsauftakt wird musikalisch an der Orgel umrahmt: Organistin Christa Poldner-Wakeling lässt Choralbearbeitungen zu Kirchenliedern von Martin Luther erklingen. Ein Rundgang durch die Ausstellung und die sehenswerte Kirche St. Georg sowie ein kleiner Imbiss schließen sich an. Der LVO und die Kirchengemeinde laden herzlich zu dieser Ausstellungseröffnung ein.Wanderausstellung "Miteinander leben?" | Gewölbe St. Sylvester Quakenbrück
Das Gewölbe der St. Sylvester-Kirche in Quakenbrück.

Foto: LVO

Weitere Informationen

Der LVO nimmt das Reformationsgedenken 2017 zum Anlass, nach den Auswirkungen der Reformation im Osnabrücker Land zu fragen. Denn der Westfälische Frieden legte 1648 eine ganz besondere Form des konfessionellen Miteinanders im alten Hochstift fest: den Wechsel katholischer und evangelischer Bischöfe. Dies blieb bis 1802 im gesamten Alten Reich einmalig. Zudem wurde bestimmt, welcher Konfession die einzelnen Kirchspiele zuzuordnen seien. Ausschlaggebend war hierfür der Glaube, dem der am 1. Januar 1624 amtierende Pfarrer anhing. Das hieß für die Andersgläubigen häufig sich zu arrangieren – etwa in der stundenweisen Nutzung der gleichen Kirche für beide Konfessionen, so auch in Badbergen.

Ausgehend von den beteiligten Kirchen und ihren reichhaltigen Ausstattungen vermittelt die Wanderausstellung anhand von Bilden und Texten anschaulich die Konfessionsgeschichte im einstigen Fürstbistum Osnabrück. Ergänzt werden sie sowohl um ein jeweiliges „Hauptexponat“ – in Badbergen beispielsweise ein hölzernes Abendmahlsgeschirr – als auch um kurze Informationen zur Konfessionsgeschichte des jeweiligen Ortes. Letztere verbleiben als Geschenk des Landschaftsverbandes auch nach Ablauf der Wanderausstellung bei der jeweiligen Kirche. Die Ausstellung bietet eine spannende Reise in die Vergangenheit, die offensichtlich so vergangen noch gar nicht ist.

Wanderausstellung "Miteinander leben?" | Dom Reginenschrein
Der Dom zu Osnabrück beherbergt eine Fülle an Sehenswertem, so u. a. den vergoldeten Reginenschrein aus dem 14. Jahrhundert.

Foto: Hermann Pentermann

Die Stationen der Wanderausstellung

In Badbergen wird die Ausstellung „Miteinander leben?“ vom 7. März bis 9. April 2017 jeweils samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr oder auch nach Vereinbarung zu sehen sein. Von dort wandert sie über St. Johannes in Rulle, St. Petri in Melle, St. Georg in Fürstenau, St. Katharinen in Osnabrück, St. Nikolai in Bad Essen, St. Laurentius (ev.-luth. Kirche) in Schledehausen, St. Sylvester in Quakenbrück und St. Johannis in Engter zum Osnabrücker Dom, wo sie am 17. Dezember ihren Abschluss finden wird.Wanderausstellung "Miteinander leben?" St. Georg Taufstein
Ab 1650 wurde das Taufwasser in Badbergen getrennt, die gesamte Kirche jedoch mussten sich Katholiken und Protestanten dort für 150 Jahre teilen

Foto: LVO

Programmheft und weitere Informationen

Zur Wanderausstellung erscheinen ein kostenloses Programmheft mit allen Öffnungszeiten und weiteren Informationen sowie eine umfangreiche, ansprechend bebilderte Begleitbroschüre (Preis: 8 Euro), die beide beim LVO bestellt werden können (T 05403.72455-0 oder info@lvosl.de) sowie an den einzelnen Stationen erhältlich sind.